Die Chronik


Werder Vereinschronik

werder_bremen_104x104

Wenn man es ganz genau nimmt, fing die Geschichte einer der größten Fußballvereine Deutschlands mit einem Tauziehwettbewerb an. Eine Gruppe von Schülern hatte dabei nämlich einen Fußball gewonnen. Die Schüler nahmen den gewonnen Ball zum Anlass, am 4. Februar 1899 den Fußballverein Werder von 1899 zu gründen. Da der Ball erstmals auf dem Spielgelände Stadtwerder getreten wurde, fand der Begriff Werder (niederdeutsch: umspülte Flussinsel) seinen Weg in den Vereinsnamen. Obwohl auch in vielen anderen Orten Deutschlands der Spaß am runden Leder Einzug hielt, waren die Bremer mit der Vereinsgründung Pioniere des organisierten Fußballs.
Noch im selben Jahr trat der FV dem Verband Bremer Fußball-Vereine bei und bereits drei Jahre später feierte der Club den ersten Gewinn der Bremer Meisterschaft. 1913 qualifizierte sich Werder für die neu gegründete Norddeutsche Verbandsliga. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs veränderte der Verein seine Struktur und öffnete mehrere neue Abteilungen, darunter auch Leichtathletik, Tennis und Schach. Entsprechend änderte sich der Name 1920 von Fußballverein in Sportverein Werder Bremen von 1899.

In den 1920er Jahren gehörte Werder zu den Spitzenmannschaften in der 1921 gegründeten Westkreisliga. Aufgrund des zunehmenden Erfolgs und der zunehmenden Professionalität des Vereins zog Werder 1933 ins Weser-Stadion um. Zu Zeiten der Nationalsozialisten konnten die Bremer vier Mal die Gaumeisterschaft Niedersachsen (1934, 1936, 1937, 1942) gewinnen. Nach Kriegsende wurde der SV Werder Bremen von 1899 aufgelöst und am 10. November 1945 neu gegründet. Aufgrund der Zusammenführung mit dem Turnverein Vorwärts Bremen und Freie Schwimmer 1910 Bremen entstand der Turn- und Sportverein Werder 1945 Bremen.

In den darauf folgenden Monaten änderte sich der Name zwei Mal. Im Februar 1946 nannte sich der Verein SV Grün-Weiß 1899 Bremen. Doch schon am 28. März erfolgte die Umbenennung in den ursprünglichen Namen SV Werder Bremen.

Ab 1947 gehörte Werder der Oberliga Nord an. Bis zur Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 stand Bremen in dieser Liga allerdings im Schatten des Hamburger SV, der in 15 von 16 Jahren den Titel holte. Doch die Mannen von der Weser mauserten sich zunehmend zum echten Konkurrenten und wurden zwischen 1959 und 1963 jeweils Vizemeister der Oberliga Nord und qualifizierten damit regelmäßig für die Endrunden-Spiele um die deutsche Meisterschaft. In diese Zeit fiel auch der erste nationale Titel des Vereins. 1961 gewann Werder erstmals den DFB-Pokal. Aufgrund dieses Aufschwungs konnte sich der Verein für die Bundesliga qualifizieren.

Bereits im zweiten Jahr der Zugehörigkeit schrieb Werder Schlagzeilen. Nachdem die Bremer am 17. Spieltag erstmals die Tabellenführung an sich gerissen hatten, gaben sie diese nicht mehr aus der Hand und sicherten sich am Ende der Saison 1964/65 erstmals die Deutsche Meisterschaft.

In den folgenden Jahren erlebte der Verein eine Berg- und Talfahrt, auf gute Jahre folgten schwache und schließlich pendelte sich der Club im Mittelfeld der Liga ein. Doch gegen Ende der 1970er Jahre kam Werder den Abstiegsrängen mehrfach gefährlich nah und in der Saison 1979/80 musste Bremen schließlich erstmals den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Die folgende Spielzeit sollte allerdings die einzige zweitklassige in der Geschichte des Clubs sein. Ein einschneidendes Erlebnis in der Teamhistorie ereignete sich dabei am 2. April 1981. Für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Kuno Klötzer übernahm Otto Rehhagel das Traineramt. Unter ihm sollte Bremen in den folgenden Jahren erneut zu einem Spitzenteam reifen.

Angefangen 1982 beendete Werder sechs Mal in Serie eine Saison unter den besten fünf Mannschaften und qualifizierte sich somit regelmäßig für den UEFA-Pokal. Dabei verpassten die Bremer zwei Mal nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Deutschen Meistertitel (1982/83, 1985/86). Doch die Titel sollten nicht ausbleiben.

1987/88 gewann Werder souverän zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft. Die Hanseaten ließen in jener Spielzeit nur 22 Gegentore zu – ein Rekord, der erst 20 Jahre später vom FC Bayern München (21) gebrochen werden sollte. Zwischen 1989 und 1991 erreichte Werder drei Mal in Folge das Finale des DFB-Pokals, welches Rehhagels Team im dritten Anlauf auch gewann.

In der Saison 1991/92 fanden sich die Bremer in der Liga zwar nur im Mittelfeld wieder, doch dafür gelang der erste internationale Triumph. Im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger besiegte Werder den AS Monaco durch Tore von Klaus Allofs und Wynton Rufer 2:0.

Ein Jahr später folgte der dritte Deutsche Meistertitel. Erst am vorletzten Spieltag übernahmen die Norddeutschen dank der besseren Tordifferenz nach einem 5:0-Erfolg gegen den HSV die Tabellenführung vom FC Bayern. Am letzten Spieltag wurde die Meisterschaft durch einen 3:0-Sieg beim nun entthronten Vorjahresmeister VfB Stuttgart in trockene Tücher gepackt. Im selben Jahr nahm Bremen erstmals an der Champions League teil. Es folgte der dritte Gewinn des DFB-Pokals 1994.

1995 beendete Erfolgstrainer Rehhagel nach 14 Jahren auf der Trainerbank seine Tätigkeit bei Bremen. Seinen Nachfolgern gelang es einige Jahre nicht, Werder zu alter Stärke zurückzuführen. Der Tiefpunkt ereignete sich dabei in der Saison 1998/99. Der Club geriet in große Abstiegsgefahr. In höchster Not fand Werder im seit 1972 für den Verein tätigen Thomas Schaaf nicht nur einen “Feuerwehrmann”, der die Mannschaft vor dem erneuten Abstieg bewahrte. Es sollte zudem der Beginn einer weiteren Ära an der Weser sein.

Kurz nach der Rettung konnte Schaaf bereits seinen ersten Titel als Trainer feiern. Im Finale des DFB-Pokals setzte sich Bremen mit 6:5 im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München durch.

Werder etablierte sich in den folgenden Jahren wieder im oberen Drittel der Bundesliga, jedoch reichte es trotz starken Leistungen im DFB-Pokal nicht zu weiteren Titeln. 2003/04 war es dann aber soweit. Mit einem 3:1-Sieg beim ärgsten Verfolger, dem FC Bayern München, sicherte sich Werder schon zwei Spieltage vor Saisonende die vierte Deutsche Meisterschaft. Wenig später machte der Verein mit dem fünften Gewinn des DFB-Pokals das erste “Double” der Teamhistorie perfekt.

In den folgenden Jahren etablierte sich Bremen vor allem dank seiner gefährlichen Offensive als dauerhafter Meisterschaftsaspirant und nahm regelmäßig an der Champions League teil. Nach dem Gewinn des vierten Deutschen Meistertitels beendete Werder die folgenden vier Jahre immer als Tabellen-Zweiter oder -Dritter. Erst 2008/09 erlebten die Norddeutschen einen Einbruch – allerdings nur in der Bundesliga. Während sie dort die Saison überraschend nur auf Rang 10 beendeten, spielten sie anderswo groß auf. Im UEFA-Pokal erreichten sie das Endspiel (1:2 n.V. gegen Schachtar Donezk) und schalteten auf dem Weg dorthin den großen Rivalen HSV aus. Im DFB-Pokal holten sie zum sechsten Mal den “Pott”. Mesut Özil erzielte das “goldene” Tor gegen Bayer Leverkusen.

Quelle: www.bundesliga.de


die Anhänge zu dieser Seite:

werder_bremen_104x104
werder_bremen_104x104