Das Weserstadion


Wo die Weser einen großen Bogen macht…. Genau, dort steht das Weser-Stadion, eines der Wahrzeichen der Hansestadt. Bereits 1909 wurde das Stadion mit öffentlichen Mitteln erbaut. “Kampfbahn” hieß die Arena damals, seinen heutigen Namen bekam das Stadion erst einige Jahre später. Der SV Werder hatte damals mit der “Kampfbahn” noch nichts zu tun.

Erster Nutzer war der Allgemeine Bremer Turn- und Sportverein. Die laufenden Kosten fraßen den ABTS allerdings auf, so wurde der SV Werder 1920 Generalpächter. Um nicht genau wie der ABTS schon bald Schiffbruch zu erleiden, wurde zur finanziellen Absicherung der Verein “Weser-Stadion e.V.” gegründet.

Bremer Kampfbahn

Die alte Kampfbahn an der Weser.


Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Stadion erneut umgetauft. Fortan pilgerten die Zuschauer in die “Bremer Kampfbahn”. Im zweiten Weltkrieg diente das Stadion vorübergehend als Flakstützpunkt mit zwei Flak-Türmen zwischen der Nordtribüne und dem Osterdeich sowie einem Turm auf dem Dach der Südtribüne.

Die Nordtribüne machte den Anfang

1978 wurde die Nordtribüne am Osterdeich komplett umgebaut. 1988 folgte die Westkurve samt Geschäftsstelle und Sport-Therapiezentrum. 1992 musste die Südtribüne dran glauben.

Zwei Restaurants, eine Leichtathletikhalle sowie Logen mit 372 Plätzen und eine Pressetribüne für 140 Journalisten entstanden. Nun war nur noch die von den Fans so heiß geliebte Ostkurve in ihrer ursprünglichen Form übrig geblieben. Doch nicht mehr lange. Der SV Werder als Nutzer, die Stadt Bremen als Eigner sowie die Deutsche Städtereklame machten gemeinsame Sache und stampften eine völlig neue Ostkurve aus dem Boden.

Es entstanden 3210 Sitzplätze im Oberrang sowie 4700 Stehplätze im Unterrang. Für internationale Spiele können die Stehplätze in 2350 Sitze umgebaut werden. Des weiteren entstanden im Innenbereich der Ostkurve 700 Business-Plätze, Veranstaltungsräume für die Fans, die Geschäftsstellenräume, das Wilhelm-Scharnow-Internat sowie der Fan-Shop. In beiden Kurven wurde jeweils eine große Videoleinwand installiert. 35.838 Zuschauer finden nun im Weser-Stadion Platz. Keiner der Zuschauer muss noch seinen Schirm aufspannen, die Arena ist komplett überdacht. Am 30 April 1997 wurde das runderneuerte Weser-Stadion feierlich mit dem Länderspiel Deutschland gegen die Ukraine eingeweiht.

Favorit “Multi-Funktionsarena”

Stimmung bei einem Flutlichtspiel.


Stadion fertig? Endlich Ruhe, keine weiteren Umbauten geplant? Weit gefehlt. Bremen hat sich um die Austragung einiger Spiele der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland beworben. Um das Stadion WM-tauglich zu machen, mussten die Bagger erneut anrollen. Favorisiert wurde die Lösung “Multi-Funktionsarena”. Der gesamte Innenraum samt der Tartanbahn wurde um knapp zwei Meter abgesenkt. Auf der Laufbahn entstanden mobile Tribünen. Auf diese Art und Weise wurde die Kapazität des Stadions um rund 10.000 Plätze erhöht.

Kleckern statt klotzen

Während andere Städte wie Hamburg, Gelsenkirchen, Hannover oder München klotzen und neue Arenen entstehen ließen, wurde in Bremen nur gekleckert. An der Elbe wurde die Abrissbirne geschwungen, das marode Volksparkstadion konsequent dem Erdboden gleich gemacht. An gleicher Stelle entstand eine reine Fußballarena.

WM ade

Die neue Nordtribüne.


Trotz aller Bemühungen und der Kapazitätserhöhung auf 45.500 Plätze. Es nützte alles nichts. Trotz anderslautender Zusagen zog Bremen den Kürzeren, Hamburg und Hannover wurden zu WM-Austragungsorten auserkoren. Dennoch: ohne Laufbahn ist die Stadionatmosphäre deutlich besser. Eine Kompromisslösung auf dem Weg zur reinen Fußballarena. Derzeit sind die Bagger erneut im Einatz. Die Nordtribüne wird in einen repräsentativen und vermarktungsfähigen Bereich mit Büros und Logen umgebaut.

Neuer Glanz

Pünktlich zur Post-Meistersaison ist es soweit: Die Umbauarbeiten werden abgeschlossen. Statt der alten grauen Nordtribüne bestimmen nun vier vollverglaste Türme den Blick auf das Weserstadion. Auch das Innenleben hat sich gewandelt. Mit dem Wuseum findet ein einzigartiges Museum über den Verein Platz. Ein Tagesrestaurant, neue Logen, zahlreiche Büros und der Werder-Fanshop ziehen ebenfalls in die neuen Räumlichkeiten. Die alten Kassenhäuschen werden durch mobile Versionen ersetzt.

Großer Umbau 2008 gestartet

So soll die neue Westtribüne aussehen.


Das neue Weser-Stadion wird dem internationalen Trend folgend zum modernen, reinen Fußballstadion umgebaut. Die Kurvenbereiche werden an das Spielfeld herangezogen, komplett überdacht und mit moderner Infrastruktur versehen. Das garantiert erhöhten Komfort und beste Sicht auf den Rasen. Die Zuschauer rücken hautnah ans Geschehen heran.

Die neu gebauten, eleganten Fassaden in den Bereichen West, Süd und Ost ummanteln das Stadion und vermitteln das Bild eines zeitgemäßen und homogenen Bauwerks.

Die neuen Hintertor-Tribünen in Ost und West erhalten ein deutlich verbessertes „Innenleben“ (unter anderem zusätzliche Kioske, Gastronomie-Angebote, großzügige Sanitäranlagen), die Aufenthaltsqualität wird damit gesteigert.

Eine weitere Neuerung: Der Gäste-Fanbereich auf der Westtribüne wird in der Größe flexibel gestaltet, so dass den Anhängern von Werder Bremen je nach Auslastung zusätzliche Tickets angeboten werden können. Neue Gold- , Platin- und Logen-Plätze kommen hinzu, zwei neue Videowände werden installiert, die Sicherheitszentrale und Regie des Stadions wird optimiert, dazu erhält die Arena ein elektronisches Zugangskontrollsystem nach DFB-Regeln und vieles mehr.

Die neue “Arena” aus der Vogelperspektive.


Neben der Umwandlung wird eine der wohl wichtigsten Neuerungen die in Fassade und Dach integrierte Photovoltaikanlage sein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen werden die Solarmodule nicht einfach auf das Stadiondach montiert. Als Highlight haben die Architekten die Anlage als integrierten, architektonischen Bestandteil des Daches und der Süd- und Ostfassade in das Baukonzept eingefügt.

Ein Parkhaus an der Ecke Erdbeerbrücke/Osterdeich könnte zukünftig das größere Verkehrsaufkommen auffangen.

Der Verkauf der Namensrechte am Stadion wird nach derzeitigem Stand nicht zur Finanzierung des Umbaus herangezogen.